
Der Monat der Meisterschaften und Feuerproben und mutigen nach vorne rennens, auch wenn da gar kein Weg war. Deshalb sollte man immer was zum asphaltieren dabei haben, zumindest Zeug zum Hängebrücken bauen, man kann ja nicht immer sicheren Boden erwarten. Dafür gibt`s dann eine Menge Adrenalin und überraschende Wendungen. So viel Himmel hochjauchzend und zu Tode betrübt mutet nicht mal ein Auto seinen Protagonisten zu. Nicht mal denen, die er nicht leiden kann.
Am 09. Juli fanden die Hamburger Stadtmeisterschaften im Club Festplatz Nord statt. Die Liste der geladenen Slammer las sich hervorragend: Thomas Langkau, Schriftstehler, Marque-Regnier Hübscher, Tobias Kunze, Bente Varlemann, Nico Semsrott, um nur einige zu nennen. Der Club war voll und die Atmosphäre genial. Der Club scheint prädestiniert für solche Veranstaltungen. Es war nur mal wieder ein unglaublich heißer Tag. Die Vorrunde meisterte ich zusammen mit Schriftstehler. Im Finale entschied sich, dass Schriftstehler der erste Hamburger Stadtmeister ist und da er ja schon ein Ticket zu den diesjährigen Nationals in Essen hat, heißt das für mich; Vizestadtmeisterin darf da jetzt auch hinfahren und Hamburg vertreten*freu* Was zum gucken gibts hier
Am 17. Juli hatte mein Radioprojekt "Pop`n Poetry" beim Sylt Funk Feuerprobe. Wie aufregend. Bis dahin hatte ich soviel Ahnung von Radio, dass ich das Wort gerade mal richtig schreiben konnte. Zusammen mit Frieda Lohr habe ich eine kleine Sendung auf die Beine gestellt, in der wir Texte von Poeten und Songs von Singer-/Songwritern spielen und zwischendurch moderieren wir und lesen eigene Texte. In der ersten Sendung waren Schriftstehler und Spacemann Spiff zu Gast. Unsere Moderation entstand zwischen Bier und einer Flasche Wein; was sagt man denn so im Radio? Es hat unheimlich Spass gemacht und süchtig nach meeehr.
Die Schleswig-Holstein Meisterschaften fanden am 24. Juli in Lübeck im Filmhaus statt. Ein voller Kinosaal und die besten Slammer aus Schleswig-Holstein und Hamburg. Da wurden ein paar Texte rausgehauen. In Erinnerung blieb mir auf jeden Fall Katharina Brutschers Text über ... also, das möchte ich hier nicht mal aussprechen, so schockiert und fasziniert war ich. Das Finale glich dem Kampf der Giganten; Schriftstehler gegen Moritz Neumeier und Bente Varlemann gegen Marque-Regnier Hübscher. Letztendlich ging Moritz Neumeier als erster Schleswig-Holstein Meister hervor und bekam einen riesigen Wanderpokal, der im nächsten Jahr wieder verteidigt werden will. Weiss nicht, wie er den nach Hause bekommen hat.
30. Juli, 8 Minuten Eimsbüttel, vooooolles Haus. Ich stand vor der Tür und guckte von draußen zu. War aber ein erfolgreicher zweiter Besuch; beendet mit dem 3. Platz und ner Tüte Keksen.
Abschließend betrachtet geht man ja davon aus, dass der Juli irgendwie der glorreiche Sommermonat sein sollte und nicht der Juni; wieder mal verarscht. Habe jetzt aber Gummistiefel. Ich mag meine Gummistiefel. Die sind blau und aus Gummi. Die haben vorne auch so lustige Bändchen zum fester ziehen und .......
Was hat uns der Juni gebracht? Hitze, Fußball und Open Air Lesungen. Zeit für Badeseen und kaputte Klimaanlagen in den ICE`s. Aber ich beschwere mich ja gar nicht über 35 Grad im Schatten. Mir kann die Klimaerwärmung gar nicht schnell genug gehen, dann hab ich vielleicht auch bald einen Strand und das Meer in meinem Garten.
So begann der Monat auch gleich mit meinem zweiten Besuch beim VU`s Slam in den Hamburger Kammerspielen. Eine meiner absoluten Lieblingsbühnen, weil die Atmosphäre einfach großartig ist. Dieses mal fand der Slam nicht im Saal statt, sondern vorne in der Lounge. Ohne Mikro, nah am Publikum. Im Finale landete ich hinter Hanz auf Platz 2 und am 09. Juli darf ich den VU`s Slam bei den Hamburger Meisterschaften vertreten. Freu, freu, riesen Freude, freu. Hatte ich schon erwähnt, dass ich mich freue?
Diesen Monat gab es auch wieder einen Themenslam im Museum für Kunst & Gewerbe im Spiegelsaal mit dem Thema "Selbstreflextion". Anfangs dachte ich "Mh, mach ich zwar ständig, aber ob ich die Ergebnisse jemanden mitteilen will? Mh." Themenvorgaben sind immer so eine Sache, haben aber den positiven Aspekt, dass man über Dinge schreibt, über die man sonst nie schreiben würde. Zum Beispiel Selbstreflextion, macht man, schreibt man aber selten drüber, Fußball, guckt man, schreibt man aber selten drüber, und Möbel, hat man, schreibt man aber... Jedenfalls haben Jasper Diedrichsen und Julia Engelmann einen Doppelsieg erzielt, ich hab mich nach der Erbsenwertung auf den Platz dahinter eingereiht und danach in einer stillen Ecke mich und den Abend reflektiert. Entweder ganz oder gar nicht. Das Thema war echt Programm.
Heimfeld, der Slam, bei dem ich es zum ersten Mal geschafft habe meinen vorangegangenen 1. Platz zu verteidigen. Mit Thomas Langkau, Arne Poek und Christian Bruns waren vier Poeten am Start. Im Finale bin ich ganz knapp vor Thomas gelandet. Dafür habe ich einen Roy Black Kalender gewonnen.*uiui* Sowas wollte ich schon immer mal haben. Und in "Schafe-zähl-PC-Spiel"*uiuiui* Arbeite noch am Highscore, schlafe aber vorher immer ein.
Danach ging es mit den Open Air Veranstaltungen los. Allen voran Lüneburg Parklokal Festival. Ein kleines Festival und super Wetter. Nachdem ich mir schon die Horrorszenarien der beiden vergangenen jahre anhören musste "Generell geht an dem Tag die Welt unter!" Na, wenn sonst nichts passiert. Habe keine Gumistiefel, hatte deshalb schon darüber nachgedacht im Notfall einfach Tüten über die Schuhe zu ziehen. Man tut was man kann, um sich zu schützen. Allerdings ließ uns der Weltuntergang im Stich. Es war einfach nur sonnig und warm. Zudem habe ich gelernt, wie man sich selbst ein Mikro einstellt. Dahin ist die gewohnte Abhängigkeit. Nach links aufdrehen, nach rechts zu. Wie bei allen Dingen in Deutschland. In England ist es angeblich anderherum. Oder muss man in England nach links ausdrehen und in...? Da ist sie wieder, die gewohnte Abhängigkeit. Marque-Regnier Hübscher hat den 1. Platz gemacht, danach kam ich und dann Kai Nesau.
Weiter gings mit dem Pinneberger Open Air Slam auf der Drosteiwiese, der kurzerhand zur Lesebühne im Freien umfunktioniert wurde und eine schöne Atmosphäre bei dem Wetter bot. Hatte ich schon erwähnt, dass es an dem Tag sehr heiß war?
Der Juni verabschiedete sich an einem WM freien Tag mit einem WM-Slam in Hannover. Ich glaube, in den Wochen hieß alles WM. WM-Party, WM-Rabatte, WM-Preise; nur gewonnen haben wir nicht. In der ersten Runde gab es die WM-Textvorgabe (aha, wieder ein Themenslam) und ich hab einfach mal mein ganzes Halbwissen zusammengeworfen, durchgeschüttelt und Wort für Wort aneinandergereiht. Ich dachte, wow, was für eine Zusammenhanglosigkeit, aber trotzdem ganz nett. Bis jemand meinte "Ist doch gar kein Halbwissen. Weisst doch schon eine Menge!". Das gab mir zu denken. Vielleicht weiss man ja manchmal doch mehr, als man denkt. Oder unbedingt wissen muss. Das kann man so oder so sehen. In der ersten Runde gewann ich gegen Dominik Bartels, der einen großartigen Text über Seniorenfußball las. In der zweiten Runde verlor ich knapp gegen Andy Strauß. Na gut, ich hatte in meinem Text nur einen Hamster ermordet, er seine Freundin, ich gebe mich geschlagen. Seine persönliche WM gewann Quichotte, mein Lieblingsfreestyler.
Dann kann ja der Juli kommen und noch mehr Sonne und weniger Fußball und die Meisterschaften und noch mehr Zugfahrten mit kaputten Klimaanlagen. Die persönliche Schmerzgrenze ist ja immer eine Frage der geistigen Haltung. Das kann man so oder so sehen. Was man nicht anders sehen kann sind Temperaturen jenseits von 30 Grad, das ist Fakt, das will ich gar nicht schön reden; da diskutiere ich auch gar nicht lange.
Mein erstes Spoken Word Album. Ist noch ganz warm und duftet nach Druckerei. Es kann schon sprechen und Musik machen. Laufen bringe ich ihm gerade bei, damit es ganz bald in die Welt hinaus wandern kann. Es hört auf den Namen „Die Liebenden“. Es braucht ganz viel Liebe und man muss ihm zuhören, weil es ganz viel zu erzählen hat. Das erste Bild hier:

Endlich darf ich meinen Gedankenmüll auch im Netz verbreiten und damit ihr wisst, wo der ganze Kram so herkommt, habe ich eine kleine Abhandlung über meinen Wohnort Tornesch geschrieben. Ich weiss, dass Tornesch sehr schön ist, bitte aber von Einwanderungswellen abzusehen. Ihr könnt euch ja ein Souvenir kaufen. Ich werde mich jetzt mal um das kleine Album kümmern und die Adoptionspapiere fertig machen. Viel Spass beim stöbern ...
