

Uelzen. Im ersten Moment denkt man da an gar nichts. Im nächsten Moment auch noch an nichts und dann unter Umständen an den Hundertwasser-Bahnhof. Aber bevor man ein Bild davon im Kopf hat, denkt man darüber nach, was für `nen abgefahrenen Namen der Künstler doch hat. Friedensreich Hundertwasser. Der konnte ja nur Künstler werden. Stelle mir vor, der wäre was anderes geworden, zum Beispiel Automechaniker. "Herr Friedensreich Hundertwasser kümmert sich gleich um Ihren Vergaser." Habe gerade mal Hundertwasser gegoogelt und festgestellt, dass der nicht so heißen würde, wenn der Automechaniker geworden wäre, denn sein wirklicher Name ist Friedrich Stowasser und sein eigens auferlegter Künstlername ist Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser. Ganz ehrlich, ich bin froh, dass es nicht sein Taufname ist, sonst hätte ich mir Gedanken gemacht. Uelzen. Jetzt denke ich sofort an Heidekönigin. Und wenn ich an Heidekönigin denke, denke ich an mich, während andere Menschen an Jenny Elvers Elbertzhagen denken. Ach, Uelzen, du schöner Ort der kreativen Assoziationsketten. Aber ich weiche ab. Am 12. August war ich also in Uelzen und das nicht ohne Grund. Denn an diesem Tag fand dort der Heide Slam - Das Sprachspektakel statt und ich mittendrin, nachdem ich den Kampf um eine Bahnkarte gewonnen hatte, feststellte dass "Hilfe" nicht jeder versteht und ich den Zug verpasste. Aber jetzt mal zum Wesentlichen. Uelzen, also. Der Slam sollte erst unter freiem Himmel statt finden, aber der entpuppte sich als nicht so frei, sondern verhängte sich mich dichten Wolken, so wurde umorganisiert und wir slammten im Rathaus. War schön. Schönes Rathaus. Sieht von außen eher wie eine Sparkasse mit Eigentumswohnungen aus. Aber drinnen, sehr rathausmäßig. Sven Kamin, der großartige Veranstalter, führte mit Cowboyhut durch einen westernmäßigen Abend, bei dem "Spiel mir das Lied vom Tod" nur einer der begleitenden Lieder für uns Slammer auf dem Weg zur Bühne war. Und tatsächlich "Diese Bühne war zu klein für alle Teilnehmer." Ich schaffte es ins Finale und durfte dieses neben Kersten Flenter und Alex Meyer bestreiten. Das Publikum hatte riesen Spaß und war unheimlich freundlich in den Pausen. Im Finale schaffte ich es auf den Ersten Platz und wurde Heidekönigin. Wollte ich schon immer mal werden. Und damit hatte ich mir dann meine Sporen verdient, um mal im Western-Jargon zu bleiben. Die äußerst schwer sind und sich gleich nach den Fotos vom edlen Holz verabschiedeten. Nach einer kreativen Bastelstunde zu Hause, war alles mit einem Bohrer und ein wenig Draht repariert und nun strahlen die Sporen als einer meiner schwersten Preise von der Wand. Danke, Uelzen, dass ich dich kennenlernen durfte, du kleine, geheimnisvolle Stadt mit dem extraordinären Bahnhof, deinen großartigen Veranstaltungen und sehr netten Menschen.
Am 17. und 18. August war es wieder soweit. Die Hamburger Stadtmeisterschaften. Dieses Mal wurde die Veranstaltung auf zwei Tage verteilt. Die Vorrunden fanden im Kulturhaus 73 statt und versammelten alles Namenhafte auf der Schanze. Von 16 Poeten schafften es 8 ins Finale in den Bunker: Schriftstehler, Robin Isenberg, Thomas Langkau, Bente Varlemann, Tobi Kunze, Mischa-Sarim Vérollet, Viktor Horvath und ich. Knapp 400 Zuschauer hatten im Uebel & Gefährlich ihren Spaß und kührten Bente Varlemann zur Hamburger Stadtmeisterin. Herzlichen Glückwunsch! Mischa-Sarim Vérollet machte den Zweiten Platz, Viktor Horvath den Dritten und Schriftstehler, der Hamburger Stadtmeister des letzten Jahres, und ich machten zusammen einen Punktgleichen Vierten Platz. Nun sind alle Meisterschaften durch, alle Startplätze vergeben und dann kann es auch bald losgehen mit den Deutschsprachigen Meisterschaften in Hamburg im Oktober diesen Jahres. Wer noch Tickets haben will, sollte sich beeilen, denn es werden 12.000 Besucher erwartet, die rund 250 Poeten in Aktion sehen wollen. Dann steht dem großen Finale in der o2 Arena ja auch nichts mehr im Wege.


Der Frühling zeigt sich von seiner farbenfrohen Seite, so dass jedem Fotografen das Linsenherz aufgeht. Von Vergissmeinnicht-Meeren über Kirschbaumblüten, die alles in ein zartes rosarot tauchen. Dazu passend der Text "Alles ist Frühling", aus meinem Spoken Word Album "Die Liebenden". Sowieso scheint sich im Frühling alles zu lieben. Wie liebenswert. (<- Dies ist ein sarkastischer Satz). Te quiero, würde der Spanier sagen, I love you, der Engländern, Liebe ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen, es könnte sich um chemische Reaktionen handeln, der Biologe und der Mathematiker würde wohl eher schweigen, weil er die Liebesformel noch nicht entschlüsselt hat. Das sind die Dinge mit denen ich mich zur Zeit befasse. Klingt nicht nur trocken, sondern ist es auch. Aber würden Schulen etwas mit Spass zu tun haben, würden sie in Partyreiseführern stehen. Da kann man zwischendurch nicht widerstehen sich die Bretter der Bühnen aus der Nähe anzusehen und so war ich im April in den Hamburger Kammerspielen bei Schriftstehler`s Soloprogramm "Emotionales Kabarett", um die Gäste vorweg ein bisschen einzustimmen. Ich war das Vorsprogramm sozusagen, die One-Woman-Show für 15 Minuten. Danach tauchte ich wieder ab in biologische Prozesse und religions-kritische Betrachtungen, wobei man meinen möchte, dass die Auseinandersetzung damit ja nicht so schwer sein kann, weil wir jeden Tag davon umgeben sind. Viel mehr verunsichern mich jetzt die 15 Minuten, weil ich an Andy Warhol denken muss, der jedem Menschen 15 Minuten Ruhm verspricht und ich da schon einen Haken hinter gesetzt habe, andererseits denke ich: "Interessant, das von einem Menschen zu hören, der sich selbst nicht an diese Zeitvorgabe gehalten hat". Vielleicht sollte ich mich 9 Stunden lang beim schlafen filmen und das von Arte übertragen lassen.
Um mich den Warhol`schen Gesetzen zu widersetzen, war ich im Mai zu Gast bei "Der Goldenen Gniechel Show". Was für ein Spass. Ein lustiges Interview, ein mir bis dato völlig unbekanntes Spiel, das ich mit sehr viel Geschick und Glück gewonnen habe und mein Kindertext, der nicht nur Kinderlose erfreut hat. Aber so wie der Frühling zu Ende geht, tun dies auch andere Dinge, die nicht jedes Jahr wiederkommen und die man sich deshalb nicht entgehen lassen sollte. Da kann man so richtig schön das Sprichwort anwenden "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen". Ich bin ein Sprichwörter Fan, und wenn man was dazu beitragen kann, um die Kultur des Landes zu erhalten, tu ich das doch gerne. So kam es auch, dass ich mir die letzte Vorstellung von "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" im Thalia Theater angesehen habe und mehr als begeistert war. Da war es richtig traurig, dass es die letzte Aufführung war. Das Stück war großartig inszeniert. Humor und Tragik lagen so dich beieinander, dass Tränen über lächelnde Mundwinkel liefen. Hier hätte emotionales Kabarett auch gepasst. Aber alles Schöne geht irgendwann zu Ende und anderes rückt nach. Zum Beispiel, der Theaterspielplan für die nächsten 6 Monate.
Am 17.06. habe ich es endlich mal geschafft mir den Pony Slam im Haus 73 in der Schanze anzugucken. Eigentlich wollte ich nur einen Slammer begleiten, hatte mich dann doch entschieden mitzumachen und konnte mit Thomas Langkau das Finale bestreiten, der dann auch das Pony mitnehmen durfte. Es war nicht pink, also, war das o.k. Am Tag darauf war ich beim Stop Klock Slam im Rahmen der Altonale. Slammen in der Christianskirche. Endlich war klatschen in der Kirche erlaubt. Bei der letzten Konfirmation der ich beiwohnte, war ich schon immer gewillt zu klatschen, als die zu taufenden aufgerufen wurden. Und so schließt sich der Sommeranfang nahtlos an den Frühling an, mit einer Menge Regenschauern. Ich verstehe mich gut mit ihnen. Wir sind Namensvettern. Man tut was man kann. Hasta la vista.
An den 04.03. wird sich der Silbersack auf St. Pauli sicherlich noch lange erinnern. Ich werde es auf jeden fall, denn dort fand an dem besagten Abend die Book-Release-Party von meinem Lieblings-Thomas statt. Sein erstes Buch trägt den Titel Satzsucher, wie sollte es auch anders sein, und hat ein unglaublich geiles Cover. Es ist wunderschön geworden und das Buch hält, was das hammergeile Cover verspricht. Thomas Langkau hat sich die ganze Palette an Emotionen und Themen vorgenommen und mal lustig, mal traurig, aber immer zum mitfühlen, über das Leben geschrieben und erzählt wunderbar von Dingen die passiert sein können oder genau so passieren könnten. Für die Buchvorstellung hat er sich Unterstützung von namenhaften Autoren und Poetry Slammern geholt, u.a. vom Jörch, Torsten Wolff, Dominik Bartels und auch ich durfte lesen. Und dann auch noch einen Text, der mir wie auf den Leib geschrieben ist "Ich bin ein Mann". Zudem gab es noch eine Tombola zu Gunsten von viva con agua und es sind tatsächlich 333,33 Euro zusammen gekommen. Wenn das mal kein Betrag ist. Um ein bisschen an Thomas` Glücksgefühlen teilzuhaben, einfach mal hier rein schauen -> www.satzsucher.de
Der Hamburger Literatur Quickie rief und ich kam natürlich. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Am 23.03. war es dann auch soweit und ich bekam 17 Minuten Zeit, um das Publikum zu begeistern. Da bastelte ich mir ein kleines, abwechslungsreiches Kurz-Programm zusammen, 17 Minuten sind zwar nicht wirklich viel, aber für einen Slammer ist das mehr als dreimal so viel wie gewöhnlich. Endlich mal eine "Bühne", bei der man experimentieren kann. Und ich experimentierte im Feldstern. Ein bisschen lustig, ein bisschen lyrisch, ein bisschen morbide.
Somit ist der März auch schon wieder rum. Ich hoffe, dass Ostern mit sommerlichen Temperaturen daherkommt, damit die Freiluftsaison bald wieder beginnen kann.
Am 04.02. waren wieder die Wortakrobaten am Werk. Mit dabei war der wunderbare Singer-/Songwriter Der Tagträumer mit deutschen Texten zum träumen, nachdenken und lachen. Es standen wieder haufenweise neue Texte auf dem Programm; über Klassentreffen, die zum sinnieren über Musik anregten, Lebensweisheiten aus französischer Perspektive, die das Leben zur Keksschachtel machten, Trennungsgeschichten zum lachen, jedenfalls für die Zuhörer und über Beziehungen, die durch keine Rettungsweste gerettet werden konnten. Das Ganze wurde mit einem Song von Schriftstehler beendet, bei dem ich mich überreden ließ von der Bühne aus mitzusingen. Bin ich ein Talent *schmunzel* Wer wissen möchte was Der Tagträumer so kreatives macht, schaut sich am besten hier mal um -> www.tagtraeumer-music.de
Die DichterOhneStreit waren am 09.02. sehr international besetzt. Österreich, Frankreich und die Niederlande ließen es sich nicht nehmen Deutschland zu besuchen und so wurde es richtig interkulturell kuschelig mit Texten in der Muttersprache des jeweiligen Poeten. Zwar hat man nicht immer alles verstanden, aber man kann ja auch mal ein bisschen was für die Kunst tun, bei dem, was sie alles für uns tut. Sehr performancestark war es ausserdem und das Publikum wurde mit kleinen Wortspielerein miteingebunden und konnte gleich mal seine Französischkenntnisse testen und sich absolut von Ninia LaGrande überraschen lassen, die Kleine mit den ganz großen Texten über Fotografen, die lieber mit toten Models arbeiten, weil die nicht so viel meckern und über Kontrollzwänge, da sich alles im Leben gern selbst und ohne Grund entzündet und Feuer entfacht. In Allem ein wunderschöner und gelungener Abend. Da wurde Fernweh zu einem unbekannten Gefühl.
Wenn ein neuer Slam in Hamburg an den Start geht, möchte man ja gern dabei sein. Also, bin ich der Einladung am 10.02. zum Slam the 13 gefolgt und war ganz überrascht wie nahe der 13. Stock doch dem Erdboden sein kann. Der Auftakt war grandios. Mit Wehwalt Koslovsky als Moderator und Till Reiners als Special Guest. 6 Minuten Zeit, um das Publikum zu überzeugen. Hatte bei mir in der ersten Runde auch geklappt und so konnte ich mit voller Punktzahl ins Finale einziehen. Dort konnte ich mich fast ebenso gut durchsetzen und belegte den 1. Platz. Das Ambiente ist gemütlich, das Publikum gut drauf und ein Besucht beim Slam the 13 lohnt sich allemal.
Der Februar brachte so einige Veränderungen mit sich und so musste ich mich schweren Herzens dazu entscheiden in diesem Jahr bei Slams und Lesungen kürzer zu treten, denn so ein Abi macht sich nicht von allein. Schade eigentlich! Manchmal packt mich der Bühnen- und Lesedrang dennoch und ich will auch nicht zu streng mit mir sein, deshalb werd ich hin und wieder mal gucken, was bei euch da draußen so los ist. Bis dahin möchte ich es mit einer Anlehnung an den Texttitel von mir "Hinterlass mich so, wie du mich vorfinden willst" halten und sage: "Ich hinterlass euch erstmal so, wie ich euch wieder vorfinden will!"
Hamburg im Zeichen der Wortkunst
Dieses Jahr ist es wieder soweit: die Deutschsprachigen Meisterschaften des Poetry Slams finden nach zehn Jahren endlich wieder im Norden statt! Hamburg als angehende Slamhauptstadt mit bis zu 12 regelmäßig stattfindenden Slams wird vom 18.-22. Oktober das weltweit größte Poetry Slam Festival veranstalten. Es werden 300 Teilnehmer erwartet, die unter anderem im Schauspielhaus, im Uebel & Gefährlich und im Molotow in den Kategorien Einzelwettbewerb, Teamwettbewerb und U20 Wettbewerb antreten werden. Es werden rund 15.000 Besucher erwartet, die sich jetzt schon auf das spektakuläre Finale in der o2-World freuen können. Das Rahmenprogramm wird Einblicke in die verschiedenen Spielarten des Formates bieten. So bekommt man die Möglichkeit bei einem Rap Slam, Singer Slam oder einem Science Slam dabei zu sein. Das absolute Highlight für jeden Poeten wird der Besuch vom Amerikaner Marc Kelly Smith sein, der 1986 den Weg für diese Form der Literatur geebnet hat. Eröffnet wird das Festival im Thalia Theater von den drei amtierenden Titelverteidigern Laurin Buser (U20), Team & Struppi (Team) und Patrick Salmen (Einzel). Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Hamburg putzt sich für seine Gäste heraus und bietet bis zum Auftakt verschiedene Aktivitäten und Veranstaltungen unter dem Label "Road to Slam 2011" an. Es wird Workshops für Jugendliche geben und die Hamburger Poetry Slam Stadtmeisterschaften werden einen kleinen Vorgeschmack auf das Festival geben. Der Vorverkauf für das Finale in der o2-World hat begonnen und werd da nicht dabei sein wird, wird echt was verpassen.

Mein visueller Beitrag für den Jahreswechsel. Aus dem Alter des Lärms bin ich ja langsam raus, aber für Wunderkerzen kann man nie zu alt werden. Sie sind einfach schön und funkeln und glitzern was das Zeug hält, das macht mich fröhlich und außerdem vertreiben sie die bösen Geister auf liebe-nette Art und Weise "Husch, husch, nu aber weg mit euch aus dem neuen Jahr, ihr bösen Geister!" Ich glaube, es ist sogar das erste Jahr ohne gute Vorsätze, auch ohne Schlechte, sowieso hab ich mir dieses Mal wenig Gedanken gemacht, um das neue Jahr. Es war einfach zu schnell da. Man sagt ja, je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Ich fühl mich schon ganz schon alt, denn so schnell war noch nie Weihnachten. Aber die Post hat das richtig gut gemacht. Die möchte ich an dieser Stelle loben, die haben nämlich meine Post von einem Tag auf den anderen, und der andere war Heiligabend, an meine Lieben ausgeliefert, trotz Kälte und Schnee und Straßenchaos. Das soll hier einfach mal erwähnt werden. Ich weiss nicht, ob ich so ein guter Postbote wäre. Alles was mit Kalt zu tun hat, da wär ich nicht so gut drinnen.
Aber an dieser Stelle gilt mein Dank ganz besonders den lieben Menschen, die mir so liebe Präsente zu Weihnachten und Neujahr geschickt haben. Wundervolle CD`s und Bücher. Die haben meinen Horizont erweitert und so ein Horizont will ja ständig gedeht werden; ist wie Gehirngymnastik. Dank der lieben Geschenke singt sich seit dem auch Frau Melody Gardot das Stimmchen bei mir zu Hause heiser.
Außerdem bin ich mal sehr gespannt unter welchen Suchbegriffen ich in diesem Jahr im Internet zufällig gefunden werden. Ja, Überwachung ist überall. Hier ein paar Stichworte von eifrigen Internetsurfern, die bei mir gelandet sich: "Hamster vibriert", "Mädchen zertreten" oder "Kindertexte Heiliger Geist". Sollte mir Gedanken machen, warum ich am Ende dieser virtuellen Assoziationskette stehe.
Am 12.01. fand wieder der wundervolle "DichterohneStreit" in den Kammerspielen statt. Nachdem wir im Dezember den Schritt zur Lesebühne gemacht haben, haben wir eine absolut entspannte Atmosphäre ohne Erbsen zählen. Das Einzige, was noch fehlt, ist eine chillige Couchgarnitur. Zu Gast waren dieses Mal Pierre Jarawan, Frank Klötgen, Kaddi Cutz und Karsten Lieberam-Schmidt. Somit hatte ich ein bisschen weibliche Unterstützung und Frank Klötgen hat die Zuschauer mit dem wohl längsten frei vorgetragenen Gedicht, das ich jemals gehört habe, begeistert. Das möchte ich hier noch mal von den begeisterten Zuschriften weitergeben.
Am 27.01. war Tag des beeindruckenden Bunker Slams und mein persönlich erster Auftritt dort, und ich war aufgeregt, wie schon lange nicht mehr. Die Sirenen zu Beginn haben es nicht gerade besser gemacht. 500 bis 600 Zuschauer im Uebel & Gefährlich und von der Bühne aus hätte man jeden persönlich begrüßen können, so gut waren die ausgeleuchtet. Der Blick bis ans Ende des Raumes war sehr Adrenalin fördernd. Ins Finale kamen Nico Semsrott und der amtierende U20-Meister Laurin Buser aus der Schweiz, der dem Publikum so dermaßen eingeheizt hat, dass er doch glatt als erster Poet die volle Punktzahl im Bunker geholt hat. Unser moderierende französische Unteroffizier Abdollahi wurde zum ersten Mal sprachlos, vor allem, weil er versprochen hatte bei einer perfekten 10 diese vorzuturnen. Einer der wenigen Gründe, warum ich mir am 17.02. das Bunker Slam Finale ansehen muss; Offiziere sieht man selten turnen!
Am 29.01. fand zum dritten Mal der Lola Slma in Bergedorf statt und ich habe selten so ein lustiges Publikum erlebt. Moritz Neumeier hat sich als Moderator einen schönen verbalen Schlagabtausch mit ihnen geleistet und zwischendurch Marque-Régnier Hübscher interviewt, der sich bereitwillig und ohne Angst jeder Frage stellte. Als Featur-Poet heizte Volker Strübing ein und auch hier konnte Laurin Buser begeistern und den Ersten Platz belegen. Ich gesellte mich auf den Zweiten. Den Preis hätte ich eh nicht mitnehmen können, eine Flasche Jägermeister; ich musste noch fahren.
Damit geht auch schon der längste Monat des Jahres zu Ende, dich gefolgt vom Kürzesten. Ich denke immer noch über meine Vorsätze nach. Wenn ich nicht bald fertig bin damit, muss ich sie eben nachsetzen.
... abgeholt werden, oder auf Reisen gehen oder auf anderem Wege neue Orte und Gesichter sehen. Ein paar wenige Exemplare warten noch auf ihre Adoption. Sie haben jetzt schon einen ausgeprägten Sprachschatz erreicht, musizieren ganz nebenbei und können laufen. Die lernen aber auch schnell, die Dinger. In liebevolle Hände abzugeben.

